Auch kalte Luft steckt voller Energie
Physikalisch enthält Luft bis hinunter zu minus 273 Grad Wärmeenergie. Moderne Wärmepumpen arbeiten bis etwa minus 20 bis minus 25 Grad zuverlässig – Temperaturen, die es in Norddeutschland praktisch nie gibt. In Norwegen und Schweden, wo es deutlich kälter wird, sind Wärmepumpen längst die häufigste Heizung im Neubau und Bestand.
Was bei Kälte wirklich passiert
Richtig ist: Bei Frost sinkt die Effizienz. Statt einer Arbeitszahl von 4 bis 5 erreicht die Anlage an sehr kalten Tagen vielleicht 2 bis 2,5. Entscheidend ist aber der Jahresdurchschnitt – und die richtig kalten Tage sind selten. In unserer Region liegt die Temperatur im Winter meist zwischen minus 2 und plus 5 Grad, ein Bereich, in dem moderne Geräte sehr effizient arbeiten.
Die Sache mit dem Heizstab
Viele Anlagen haben einen elektrischen Heizstab als Reserve. Bei einer korrekt dimensionierten Anlage springt er nur an wenigen Extremtagen an und macht unter 2 bis 3 Prozent des Jahresstroms aus. Läuft er häufiger, ist nicht die Technik das Problem, sondern die Planung – meist eine zu klein gewählte Anlage oder zu hohe Vorlauftemperaturen.
Mein Fazit
Die Winterfrage ist eine Planungsfrage, keine Technikfrage. Mit einer sauberen Heizlastberechnung für Ihr Haus wissen wir vorher genau, was die Anlage am kältesten Tag des Jahres leisten muss – und wählen sie entsprechend. Dann heizt die Wärmepumpe auch im Januar entspannt durch.
