Die ehrlichen Zahlen
Eine Anlage in Norddeutschland erzeugt rund 75 bis 80 Prozent ihres Jahresertrags zwischen März und Oktober. Die Monate November bis Januar tragen zusammen oft nur 5 bis 10 Prozent bei. Das klingt ernüchternd – ist aber von Anfang an Teil jeder seriösen Wirtschaftlichkeitsrechnung. Ihre Anlage muss im Winter nicht glänzen, um sich übers Jahr hervorragend zu rechnen.
Was im Winter trotzdem geht
- Diffuslicht zählt: Module produzieren auch bei bedecktem Himmel – etwa 10 bis 25 Prozent ihrer Nennleistung. Für die Grundlast des Hauses reicht das oft.
- Kälte hilft sogar: Module arbeiten bei niedrigen Temperaturen effizienter. Ein sonniger Frosttag im Februar kann erstaunliche Erträge bringen.
- Schnee rutscht ab: Auf geneigten Dächern erledigt sich das Thema meist von selbst – bitte niemals aufs Dach steigen, um zu räumen.
Was das für die Planung bedeutet
Wer im Winter mehr Unabhängigkeit will, hat zwei Hebel: eine großzügiger dimensionierte Anlage, die auch aus trübem Licht genug für die Grundlast holt – und einen dynamischen Stromtarif, der den Speicher in günstigen Nachtstunden nachlädt. Die Kombination macht den Winter zwar nicht sonnig, aber deutlich günstiger.
Mein Fazit
Beurteilen Sie eine Solaranlage nie am Dezember – genauso wenig, wie Sie einen Apfelbaum im Januar beurteilen würden. Entscheidend ist die Jahresernte. Und die stimmt auch bei uns im Norden, das zeigen die Anlagen meiner Kunden Jahr für Jahr.
