Süd: Der Klassiker mit einem Haken

Ein Süddach liefert den höchsten Gesamtertrag – keine Frage. Aber es liefert ihn geballt in der Mittagszeit, wenn viele Familien gar nicht zu Hause sind. Die Spitze fließt dann für wenige Cent ins Netz.

Ost-West: Weniger Spitze, mehr Nutzen

Eine Ost-West-Anlage produziert insgesamt etwa 10 bis 20 Prozent weniger als ein vergleichbares Süddach. Dafür verteilt sie den Ertrag über den ganzen Tag: morgens zum Frühstück und abends zum Kochen – genau dann, wenn Sie den Strom brauchen. Der Eigenverbrauch steigt, und der zählt heute mehr als die reine Kilowattstunden-Zahl. Zudem passen auf beide Dachhälften meist mehr Module.

Und Norddächer?

Ein Norddach mit flacher Neigung liefert immerhin noch 60 bis 70 Prozent eines Süddachs. Bei den heutigen Modulpreisen kann sich das rechnen – vor allem, wenn die anderen Dachflächen schon belegt sind und der Verbrauch hoch ist, etwa durch Wärmepumpe oder E-Auto. Pauschal abraten ist genauso falsch wie pauschal zuraten: Hier entscheidet die Rechnung im Einzelfall.

Mein Fazit

Fragen Sie nicht: „Wie viel produziert mein Dach?", sondern: „Wie viel davon kann ich selbst nutzen?" Bei der Planung simuliere ich beides – Ertrag und Verbrauchsprofil. Oft schneidet die vermeintlich schlechtere Dachfläche am Ende besser ab.